Wirkung tagesaktuell sichtbar machen

Veröffentlicht am: 28/05/2026

Ein Beitrag von Johanna Beeh  •  Zur 13. Sitzung des Stiftungsnetzwerks Bildung in Bayern trafen sich am 11. Mai 2026 rund 40 Bildungsengagierte auf Einladung des Deutschen Museums im Verkehrszentrum in München. Wir haben zu zweit IT4Kids vertreten und durften eine außergewöhnlich konstruktive Diskussionskultur erleben, in der wir kritische Rückmeldung als wertvoller als gleichgültige Zustimmung wahrgenommen haben – ein echter Beitrag zu einer demokratischen Gesellschaft.

Unser Beitrag: Wirkungsreporting 2.0 mit tagesaktueller Impactmessung

In der allgemeinen Kennenlernrunde haben wir unser neues Dashboard „Wirkungsreporting 2.0″ vorgestellt. Das Instrument haben wir speziell für unsere Förderpartner entwickelt: Es visualisiert Aktivitäten und Kennzahlen unserer Bildungsarbeit in Echtzeit – transparent, automatisiert und ohne zusätzlichen Reporting-Aufwand für unser Team. Konkret erfasst das Dashboard beispielsweise die Nutzung unserer Lernsoftware Cubi oder Downloads unserer Unterrichtsmaterialien.

Screenshot IT4Kids-Wirkungsdashboard (Stand Mai 2026)

Unser Anspruch war es dabei, ein Instrument zu schaffen, das Förderern und anderen Interessierten die Wirkung unserer Arbeit tagesaktuell vermitteln kann – entwickelt mit der Perspektive von Stiftungen, die klare und nachvollziehbare Kennzahlen schätzen. Bisherige Rückmeldungen von Stiftungsvertreterinnen und -vertretern haben bestätigt, dass uns das gelungen ist.

Ausgewählt für die Vertiefungsdiskussion

Aus sechs kurz vorgestellten Projekten haben die Teilnehmenden drei für eine intensivere Diskussionsrunde ausgewählt – darunter auch unser Dashboard, welches bisher sehr positive Rückmeldungen von Förderpartnern erhalten hat. Wir hatten die Runde explizit um kritische Rückmeldungen gebeten, und genau das haben wir bekommen.

Die produktive Spannung: Was bedeutet „Wirkung“?

In der Diskussion zeigte sich ein aufschlussreicher Perspektivunterschied: Viele Teilnehmende verbanden den Begriff „Wirkung“ in erster Linie mit der pädagogischen Wirksamkeit unserer Unterrichtsmaterialien – also mit der Frage, ob Kinder tatsächlich das lernen, was wir versprechen. Wir sind mit dem Dashboard hingegen bewusst mit einer stiftungsorientierten Brille an die Entwicklung herangegangen und haben uns auf quantitative Kennzahlen zur Nutzung unserer Angebote fokussiert.

Das Protokoll des Netzwerks hält diese Spannung präzise fest: Es wurde über die Verwendung des Begriffs „Wirkung“ im Zusammenhang mit rein quantitativer Auswertung diskutiert – auch darüber, ab wann etwas als wirkungsvoll gelten kann. Kritisch angemerkt haben die Anwesenden, dass das Dashboard in seiner aktuellen Form noch nicht die Wirkung für die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer abbildet. Der Rat: von der Zielgruppe her messen. Den Kompetenzzuwachs bei den Kindern und den Wissenszuwachs beim Lehrpersonal beobachten wir zwar, wollen diesen Aspekt künftig jedoch stärker in den Vordergrund rücken. Gleichzeitig wurde anerkannt, dass das Dashboard auch jetzt schon eine hohe Transparenz über Nutzungsaktivitäten schafft und damit eine wichtige Grundlage für weitergehende Wirkungsanalysen bildet.

Konstruktiver Austausch war der wertvollste Teil des Tages

Anstatt unbeteiligt über die unterschiedliche Auslegung von Begriffen hinwegzusehen, haben wir konkretes Feedback erhalten, das direkt in die Weiterentwicklung unseres Dashboards einfließen wird. Die Diskussion hat uns gezeigt, wo wir in der Kommunikation unserer Wirkungslogik schärfer werden müssen – und wo das Dashboard selbst noch wachsen kann.

Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist uns dabei neben den fachlichen Impulsen der offene und respektvolle Austausch zwischen Stiftungen, Bildungsorganisationen, Verwaltung und Politik. Obwohl nicht immer alle die gleichen Positionen einnahmen, war das Miteinander stets konstruktiv und wertschätzend.

Neben der Projektdiskussion widmete sich die Runde auch dem Schwerpunktthema „Zivilgesellschaft unter Druck. Sind neue Wege, neue Zusammenarbeit, neue Instrumente gefragt?“ – ein Thema, das für uns als gemeinnützige Organisation ebenfalls von großer Relevanz ist.

Herzlichen Dank an Frau Sabine Süß und das gesamte Organisationsteam für die Ausrichtung und Moderation sowie an alle Teilnehmenden für die offenen Rückmeldungen und Denkanstöße.

Wir freuen uns darauf, den Austausch rund um Wirkungstransparenz und datenbasierte Bildungsarbeit weiterzuführen. Bei Interesse an einer Demonstration des Dashboards, gerne eine Mail an info@it-for-kids.org senden.

Von links nach rechts: Johanna Beeh, Sabine Süß, Belinda Welte