Ein Interview von Johanna Beeh • Ab heute ist die neue Version der Lernsoftware Cubi für alle zugänglich und nutzbar. Hinter diesem Meilenstein steht eine gigantische Teamleistung von vielen. Stellvertretend für alle, die an der Entwicklung mitgewirkt haben, nehmen uns Lejla Gušić und Kyra Schumann mit hinter die Kulissen. Sie stellen uns die Besonderheiten der neuen Version von Cubi aus erster Hand vor.
Stellt euch doch einmal kurz vor. Wer seid ihr?
Lejla: Ich bin Lejla, Product Ownerin, Software-Entwicklerin und Designerin der Lernsoftware Cubi – früher war ich selbst Übungsleitung bei IT4Kids und habe in meinen ersten Kursen noch mit Scratch gearbeitet, weil es Cubi noch nicht gab. Mein Lieblingsfeature der neuen Cubi-Version ist ganz klein: Play- und Reset-Button sind jetzt eins.
Kyra: Ich bin Kyra, die didaktische Referentin von IT4Kids. Ich bin das Auge aus der Praxis und gucke, dass unsere Inhalte nicht nur am Schreibtisch, sondern auch im Schulalltag funktionieren. Mein Lieblingsfeature im neuen Cubi ist die Suchfunktion der Level und der Controller, der das Spielen von selbstprogrammierten Spielen noch spaßiger macht.
Jetzt wurden wir schon ein wenig gespoilert, was eure Lieblingsfeatures angeht. Aber wie genau unterscheidet sich die neue Version von vorherigen Cubi-Versionen?
Lejla: Cubi war schon immer ein cooles Tool, um Programmieren mit Blöcken zu lernen. Durch unsere vielen Nutzer*innen konnten wir über die Jahre extrem viel Feedback sammeln, das wir mit der neuen Version von Cubi umsetzen. Cubi hat jetzt ein neues Aussehen, ist tablet-optimiert und bringt viele Quality-of-Life-Verbesserungen mit sich. Unser Anspruch war nicht, alles neu zu erfinden, sondern Cubi spürbar besser und angenehmer in der Nutzung zu machen. Und ganz wichtig: Wir werden auch weiterhin Feedback von unseren Nutzer*innen sammeln und umsetzen.
Kyra: Ich würde sagen, dass das neue Cubi hauptsächlich auf Schülerinnen und Schüler der Grundschule ausgelegt und für sie ansprechender ist. Das Update wurde gemeinsam von Software-Entwickler*innen und Didaktiker*innen entwickelt, sodass sowohl erfahrene Leveldesigner als auch Grundschüler*innen Spaß beim Programmieren haben.
Ui, das hört sich an, als ob sich viel geändert hat! Wo können sich Lehrkräfte und Schüler*innen über das Update informieren, die bisher schon mit Cubi gearbeitet haben?
Lejla: Eigentlich ändert sich gar nicht so viel – und das ist auch bewusst so. Lehrkräfte sollen nicht alles neu lernen müssen. Wir haben vor allem vereinfacht und verbessert, zum Beispiel durch eine Levelsuche per Tastatureingabe. Informieren kann man sich auf der Cubi-Webseite, dort gibt es ein Video und eine Beschreibung zur neuen Version. Außerdem ist alles wie gewohnt im Cubi-Handbuch dokumentiert.
Kyra: Neben der Levelsuche über die Tastatur, die Lejla gerade erwähnt hat, haben die Level ab jetzt auch Vorschaubilder. Dadurch sind sie im Unterricht einfacher zu finden. Außerdem ist das Interface noch weiter didaktisch reduziert, was zusätzlich Stress für die Programmier-Neulinge rausnimmt. Es ist also vor allem einfacher geworden. Die Lehrkräfte können wie gewohnt auf das Cubi-Handbuch und den Downloadbereich für Unterrichtsmaterial zugreifen, welcher jetzt sogar direkt im Menü der Lernsoftware verlinkt ist.
Aber jetzt lasst uns wirklich einen Blick hinter die Kulissen werfen: Wer hat alles an der Entwicklung der neuen Cubi-Version mitgewirkt, Lejla?
Lejla: Hinter Cubi steht ein großes Team aus Ehrenamtlichen, Schülerpraktikanten, Werkstudierenden und hauptamtlichen Mitarbeitenden mit demselben Gedanken: „Ich wünschte, ich hätte früher schon Programmieren gelernt.“ Zusätzlich hatten wir Unterstützung von externen Senior-Entwicklern, die uns mit wertvollen Pro-Tipps dabei geholfen haben, viele Bugs und strukturelle Probleme zu lösen. Die Entwicklung für diese Version lief parallel zur Wartung der vorherigen Cubi-Version. Über fünf Jahre hinweg haben wir gemeinsam an einer ganz neuen Codebase für unsere Lernsoftware Cubi gearbeitet. Wir haben jedes neue Feature im Team intern gefeiert. Die Entwicklung macht unglaublich viel Spaß, das Team wächst weiter und immer mehr Menschen haben Lust, sich einzubringen.
So cool, dass so ein großes Team an der neuesten Version von Cubi mitgearbeitet hat. Aber es waren ja nicht nur Software-Entwickler*innen beteiligt. Was waren deine Aufgaben als Didaktikerin bei der Weiterentwicklung der Lernsoftware, Kyra?
Kyra: Das Angebot von IT4Kids geht über die Lernsoftware Cubi hinaus. Wir bieten noch eine Menge vorgefertigte Unterrichtsreihen an, die analoge und digitale Unterrichtseinheiten miteinander verbinden und perfekt auf die Lernsoftware Cubi abgestimmt sind. Das bedeutet, dass alle Änderungen in der Lernsoftware auch in unsere Materialien übertragen werden mussten. Neue Bedienungsanleitungen, neue Grafiken, angepasste Lösungswege und Designs. Außerdem habe ich mich mit meiner lehrkraftnahen Perspektive bei Designentscheidungen für die Software eingebracht und die Benutzerfreundlichkeit neuer Features getestet.
Das klingt nach einem ganz schön großen Batzen Arbeit. Warum war es notwendig, eine komplett neue Version von Cubi rauszubringen?
Lejla: Die alte Version war nicht mehr zeitgemäß. Die Bausteine waren zu klein, vieles hat nicht zuverlässig funktioniert und der Code war ursprünglich für Maus und Tastatur gedacht, nicht für Tablets. Gerade in der Grundschule ist zum Beispiel das Tippen von Zahlen auf dem Tablet schwierig, deshalb haben wir eine eigene Eingabetastatur entwickelt. Wir haben Texte reduziert, mehr mit Bildern gearbeitet und die Menüführung vereinfacht. Auch das Erstellen eigener Level ist jetzt deutlich einfacher. Insgesamt ist Cubi aufgeräumter, fokussierter und zeigt nur noch das, was für die Zielgruppe wirklich wichtig ist – inklusive neuer Ideen wie Gamepad oder Vollbildmodus. Technisch gesehen fehlte vorher ein roter Faden im Code. Die alte Version von Cubi war Stück für Stück gewachsen und letztlich nicht mehr wartbar. Eine neue Version war der einzig sinnvolle Schritt für eine zukunftssichere Lernsoftware.
Kyra: Ja, wir wollten die beste User Experience für unsere User schaffen und dafür war ein umfangreiches Update notwendig.
Wow, es ist wirklich beeindruckend, was ihr mit euren Teams geleistet habt. Lasst uns zum Abschluss gerne kurz persönlich werden. Welche Emotionen habt ihr während der Entwicklung der neuen Cubi-Version durchlebt?
Kyra: Alle! *lacht* Von riesiger Freude bis hin zu Frust.
Lejla: Die usual Entwickler-Gefühle: traurig, weil ein Bug da ist – glücklich, weil er endlich weg ist. Und das so ein paar tausend Mal. Mein persönlicher Lieblingsmoment war der erste Cubi-Testkurs mit der neuen Version, den ich gemeinsam mit Kyra begleitet habe. Die Kinder hatten so viel Spaß beim Programmieren, dass sie traurig waren, als die Stunde vorbei war, und sich sogar die URL aufgeschrieben haben, um zu Hause weiterzumachen. Der Moment hat mir gezeigt, dass sich alles gelohnt hat!
Was macht euch besonders stolz an der neuen Version von Cubi? Am Endergebnis?
Lejla: Das viele, positive Feedback von Nutzer*innen, die zum ersten Mal mit dem neuen Cubi arbeiten, und auch wie gut wir als Team zusammengearbeitet haben. Es ist krass zu sehen, was wir zusammen gebaut haben.
Kyra: Wir haben in der Beta-Testphase gesehen, wie das Produkt in der Schule eingesetzt wurde. Es macht stolz zu sehen, mit was für einer Leichtigkeit, Freude und Wissbegierde die Kinder mit Cubi lernen.
Welche Wünsche habt ihr für die Zukunft von Cubi?
Lejla: Dass Cubi Kinder für Programmieren begeistert, dass sie irgendwann Lust bekommen, „richtiges“ Programmieren auszuprobieren.
Kyra: Cubi ist fest im deutschen Bildungssystem verankert und hilft Kindern im ganzen Land, die eigenen Potenziale zu erkennen, um die digitale Welt mitzugestalten.

